Der Mensch
Anton Krebs verlor seine Arbeit, als die Nationalsozialisten die Macht übernahmen. Trotz dieser Situation blieb er standhaft und hielt an seinen Überzeugungen gegen das NS-Regime fest. Während der Nazi-Zeit in Altendiez blieb er weitgehend verschont. Nach dem Krieg wurde die Region zunächst von den Amerikanern und später von den Franzosen besetzt. Als einziger unbelasteter Bewohner des Dorfes wurde Anton Krebs von den Franzosen zu anderen Dorfbewohnern befragt.
Familie und Umfeld
Anton Krebs war bis 1968 politisch aktiv. Seine Tochter setzte seine Arbeit im Kreistag fort. Die Familie Krebs blieb eng mit Altendiez verbunden: Sein Sohn Alfred führte das nach dem Krieg gegründete Bauunternehmen weiter. Die Familie war im Ort hoch angesehen, und Anton Krebs galt als jemand, der kaum Feinde hatte.
Charakter und Werte
Anton Krebs zeichnete sich durch eine ausgeprägte Großzügigkeit und Vergebung aus. Nach dem Krieg zeigte er keine Rachsucht gegenüber ehemaligen Nationalsozialisten, sondern begegnete ihnen mit Ruhe und Menschlichkeit. Er galt als ausgeglichen und als jemand, der Konflikte gelassen löste. Diese Haltung prägte sein Leben und Wirken maßgeblich.
Engagement und Wirkung nach dem Krieg
Geboren 1898, wurde Anton Krebs ab 1929 politisch aktiv und gründete die SPD in Altendiez mit. Seine Erfahrungen mit den Folgen des Ersten Weltkriegs motivierten ihn, sich für Frieden einzusetzen und gegen rechte Bestrebungen zu kämpfen. Während der Nachkriegsbefragungen musste er für fast jeden Dorfbewohner eine Stellungnahme verfassen. Häufig schrieb er den Satz: „Er war Mensch.“ Damit grenzte er die Menschen seines Umfelds von denen ab, die während der NS-Zeit ohne Gewissen handelten. Für ihn blieben viele aus dem Dorf trotz ihrer Mitgliedschaft in der Partei Menschen, die aus Angst oder sozialem Druck mitliefen, aber Anstand und Mitgefühl nicht verloren hatten.
